Ausbinder

Ein Ausbinder ist ein Hilfszügel, der den Kopf und Hals eines Pferdes während des Longierens oder der Arbeit an der Longe in einer bestimmten Position hält und so die Anlehnung an das Gebiss fördern soll.

Ausbinder – Ein Ausbinder ist ein Hilfszügel, der den Kopf und Hals eines Pferdes während des Longierens oder der Arbeit an der…
Bildquelle: KI-generiert (Flux 2 Pro)

Der Ausbinder zählt zu den sogenannten Hilfszügeln und wird überwiegend in der Ausbildungsarbeit eingesetzt, wenn das Pferd ohne Reiter bewegt wird. Seine Hauptaufgabe besteht darin, dem Pferd eine Haltung anzubieten, die eine korrekte Anlehnung und ein gleichmäßiges Nachgeben im Genick begünstigt. Gleichzeitig soll er verhindern, dass das Pferd den Kopf übermäßig hochreißt oder die Nase weit nach außen dreht.

Aufbau und Anlegen

Der Ausbinder besteht aus zwei gleichlangen Riemen oder Leinen, die je einen Karabinerhaken oder Schnallverschluss tragen. Er wird seitlich am Sattelgurt oder an einem Longiergurt befestigt und von dort zu den Ringen des Gebisses geführt. Die Länge lässt sich in der Regel stufenweise einstellen, sodass die gewünschte Kopf- und Halshaltung des Pferdes individuell angepasst werden kann. Grundsätzlich gilt: Der Ausbinder sollte so locker eingestellt sein, dass er dem Pferd Spielraum lässt und erst dann Wirkung entfaltet, wenn das Tier die angestrebte Haltung verlässt.

Abgrenzung zu ähnlichen Hilfszügeln

Vom Ausbinder zu unterscheiden sind der Chambon und der Schlaufzügel, die in ihrer Wirkungsweise abweichen. Während der Chambon über den Genick wirkt und das Pferd zur Dehnung nach unten animiert, zieht der Ausbinder seitlich und in gewissem Maße nach hinten. Der Schlaufzügel wiederum verläuft durch die vorderen Beinöffnungen und beeinflusst Kopf und Hals von unten her. Der Ausbinder steht in seiner Konzeption dem Seitenzügel nahe, unterscheidet sich von diesem jedoch darin, dass er eine gewisse Nachgiebigkeit in der Längsrichtung zulässt.

Anwendung und kritische Einordnung

In der klassischen Pferdeausbildung gilt der Ausbinder als Hilfsmittel, das nur ergänzend und mit Bedacht eingesetzt werden sollte. Fachleute betonen, dass er kein Ersatz für eine systematische reiterliche Ausbildung ist und die natürliche Entwicklung von Muskulatur und Gleichgewicht des Pferdes nur dann unterstützt, wenn er korrekt und nicht zu straff angelegt wird. Ein zu eng gestellter Ausbinder kann das Pferd in eine erzwungene Haltung drängen, Muskelverspannungen begünstigen und das Vertrauen in die Hilfengebung nachhaltig stören. Der Einsatz sollte daher stets von ausreichender Fachkenntnis begleitet sein.

Häufige Fragen

Was ist ein Ausbinder beim Pferd?

Ein Ausbinder ist ein Hilfszügel, der Kopf und Hals eines Pferdes beim Longieren in einer bestimmten Position hält und die Anlehnung an das Gebiss fördern soll. Er verhindert außerdem, dass das Pferd den Kopf übermäßig hochreißt oder die Nase weit nach außen dreht.

Wie legt man einen Ausbinder richtig an?

Der Ausbinder wird seitlich am Sattelgurt oder Longiergurt befestigt und von dort zu den Ringen des Gebisses geführt. Er sollte so locker eingestellt sein, dass er dem Pferd Spielraum lässt und erst dann Wirkung entfaltet, wenn das Tier die angestrebte Haltung verlässt.

Was ist der Unterschied zwischen Ausbinder und Seitenzügel?

Ausbinder und Seitenzügel sind sich in ihrer Konzeption ähnlich, jedoch lässt der Ausbinder eine gewisse Nachgiebigkeit in der Längsrichtung zu, während der Seitenzügel eine festere Begrenzung bietet.

Was ist der Unterschied zwischen Ausbinder und Chambon?

Der Chambon wirkt über das Genick und animiert das Pferd zur Dehnung nach unten, während der Ausbinder seitlich und in gewissem Maße nach hinten zieht. Beide gehören zu den Hilfszügeln, unterscheiden sich aber grundlegend in ihrer Wirkungsweise.

Wofür wird ein Ausbinder eingesetzt?

Der Ausbinder wird überwiegend in der Ausbildungsarbeit eingesetzt, wenn das Pferd ohne Reiter an der Longe bewegt wird. Seine Hauptaufgabe besteht darin, dem Pferd eine Haltung anzubieten, die eine korrekte Anlehnung und ein gleichmäßiges Nachgeben im Genick begünstigt.

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