Nasenriemen

Der Nasenriemen ist ein Bestandteil des Reithalfters oder Zaumzeugs, der um die Nase des Pferdes verläuft und je nach Bauform unterschiedliche Funktionen beim Reiten erfüllt.

Nasenriemen – Der Nasenriemen ist ein Bestandteil des Reithalfters oder Zaumzeugs, der um die Nase des Pferdes verläuft und je…
Bildquelle: KI-generiert (Flux 2 Pro)

Der Nasenriemen ist ein Riemen aus Leder oder synthetischem Material, der im Bereich der Nase des Pferdes angebracht wird und einen festen Bestandteil der meisten Reit-Zäumungen bildet. Er verläuft quer über das Nasenbein und wird in der Regel durch einen Kehlriemen oder einen eigenen Verschluss hinter den Backen des Pferdes geschlossen.

Funktion

Die Aufgaben des Nasenriemens sind vielfältig und hängen von seiner genauen Bauform ab. In erster Linie verhindert er, dass das Pferd das Maul übermäßig weit öffnet und so der Einwirkung des Gebisses ausweicht. Darüber hinaus kann er dazu beitragen, das Unterkiefergelenk zu stabilisieren und die Lage des Gebisses im Maul zu sichern. Bei bestimmten Konstruktionen wirkt er zusätzlich auf die Nase oder die Kinnlade des Pferdes ein.

Bauformen

Es gibt verschiedene Ausführungen des Nasenriemens, die sich in Position, Wirkungsweise und Einsatzbereich unterscheiden.

Der einfache Nasenriemen (auch hannoveraner Nasenriemen genannt) sitzt etwa zwei Fingerbreit unterhalb des Jochbeins und wird locker genug angepasst, dass noch zwei Finger zwischen Nasenriemen und Nasenrücken passen. Er ist die verbreitetste und mildeste Form.

Der englische Nasenriemen liegt etwas höher als der hannoveraner Nasenriemen, direkt unterhalb des Jochbeins, und schließt oberhalb des Gebisses ab. Er verhindert das weite Öffnen des Mauls mit geringer Druckwirkung.

Der Kombinationsnasenriemen (auch Kombinations- oder Flash-Nasenriemen) besteht aus einem oberen Riemen nach Art des englischen Nasenriemens sowie einem zusätzlichen schmalen Riemen, der unterhalb des Gebisses geschlossen wird. Dadurch wird das Öffnen des Mauls wirkungsvoller unterbunden.

Der Krakauer Nasenriemen (auch Crank-Nasenriemen oder Ratschnasenriemen) ermöglicht durch einen speziellen Schnallmechanismus ein besonders enges Anlegen. Er wird im Turniersport eingesetzt, ist jedoch wegen seines hohen Druckpotenzials umstritten.

Der Mexicaner Nasenriemen kreuzt sich unterhalb des Gebisses und wirkt gleichzeitig auf Nasenrücken und Unterkiefer, wodurch er eine stärkere Einwirkung erzielt als einfachere Varianten.

Anlegen und Sitz

Unabhängig von der Bauform gilt, dass der Nasenriemen niemals zu eng angelegt werden darf. Ein zu straff sitzender Nasenriemen beeinträchtigt die Kaumuskulatur, behindert die Durchblutung und kann die Atmung des Pferdes einschränken. Als allgemeine Faustregel wird empfohlen, dass mindestens ein bis zwei Finger zwischen Nasenriemen und Nasenbein passen sollten. Der korrekte Sitz ist zudem wichtig, um Druckstellen oder Verletzungen an empfindlichen Knochenpartien zu vermeiden.

Bedeutung im Turniersport

In verschiedenen Disziplinen und Reiterverbänden existieren Vorschriften zur zulässigen Weite des Nasenriemens. So schreibt die Fédération Équestre Internationale (FEI) für bestimmte Turnierdisziplinen vor, dass die Weite des Nasenriemens mit einem genormten Gerät überprüft werden kann. Hintergrund dieser Regelungen ist der Tierschutz, da ein zu enger Nasenriemen als Einschränkung des Wohlbefindens des Pferdes gewertet wird.

Häufige Fragen

Was ist ein Nasenriemen beim Pferd?

Der Nasenriemen ist ein Riemen aus Leder oder synthetischem Material, der im Bereich der Nase des Pferdes angebracht wird und fester Bestandteil der meisten Reit-Zäumungen ist. Er verläuft quer über das Nasenbein und wird hinter den Backen des Pferdes geschlossen.

Wozu dient der Nasenriemen beim Reiten?

Der Nasenriemen verhindert in erster Linie, dass das Pferd das Maul übermäßig weit öffnet und so der Einwirkung des Gebisses ausweicht. Je nach Bauform kann er zusätzlich das Unterkiefergelenk stabilisieren, die Lage des Gebisses im Maul sichern oder auf die Nase beziehungsweise die Kinnlade einwirken.

Welche Arten von Nasenriemen gibt es?

Die verbreitetsten Bauformen sind der einfache hannoveraner Nasenriemen, der englische Nasenriemen und der Kombinationsnasenriemen, auch Flash-Nasenriemen genannt. Sie unterscheiden sich in ihrer Position am Pferdekopf, ihrer Wirkungsweise und ihrem Einsatzbereich.

Wie locker soll der Nasenriemen sitzen?

Beim einfachen hannoveraner Nasenriemen gilt als Faustregel, dass noch zwei Finger zwischen Nasenriemen und Nasenrücken passen sollten. Diese Passform gilt als korrekt und pferdeschonend.

Was ist der Unterschied zwischen hannoveraner und englischem Nasenriemen?

Der hannoveraner Nasenriemen sitzt etwa zwei Fingerbreit unterhalb des Jochbeins, während der englische Nasenriemen etwas höher, direkt unterhalb des Jochbeins, angebracht ist und oberhalb des Gebisses abschließt. Beide verhindern das weite Öffnen des Mauls, wobei der englische Nasenriemen mit geringerer Druckwirkung arbeitet.

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