Reining
Reining ist eine westliche Reitsportdisziplin, bei der Pferd und Reiter gemeinsam ein vorgeschriebenes Programm aus kontrollierten Bewegungen ausführen und dabei von Richtern bewertet werden.

Reining ist eine Disziplin des Westernreitens, die ihren Ursprung in der nordamerikanischen Cowboy-Tradition hat. Historisch wurden die gezeigten Bewegungen benötigt, um Rinder auf der Weide zu treiben und zu kontrollieren. Heute ist Reining ein international anerkannter Wettkampfsport, der seit 2000 vom Weltreiterverband FEI (Fédération Equestre Internationale) als offizielle Disziplin geführt wird. Die zuständige Fachorganisation ist die National Reining Horse Association (NRHA), die weltweit die Regelwerke und Bewertungsstandards vorgibt.
Ablauf und Bewertung
Bei einem Reining-Turnier reitet jeder Teilnehmer eine sogenannte „Pattern", also ein festgelegtes Programm aus vorgeschriebenen Elementen, das er sich aus einer Auswahl möglicher Patterns heraus zugelost bekommt oder das für alle Teilnehmer einheitlich vorgegeben ist. Das Pferd wird dabei ausschließlich mit einer Hand am Zügel geführt. Die Richter vergeben Punktwerte auf Basis eines Ausgangspunkts von 70 Punkten, von dem aus Minuspunkte abgezogen und Pluspunkte hinzugefügt werden. Bewertet werden Genauigkeit, Flüssigkeit, Geschwindigkeit und die sogenannte „Willigkeit" des Pferdes, also die scheinbar mühelose und harmonische Ausführung der Bewegungen.
Typische Elemente
Ein Reining-Pattern besteht aus einer Kombination charakteristischer Manöver. Zu den bekanntesten zählen die Sliding Stop, bei der das Pferd aus dem vollen Galopp heraus abrupt anhält und mit den Hinterhufen über den Boden gleitet, sowie die Spin (auch „Pirouette" genannt), bei der das Pferd schnell um die eigene Achse dreht. Hinzu kommen Rollbacks, bei denen das Pferd nach einem Stop sofort in die entgegengesetzte Richtung galoppiert, sowie große und kleine Kreise in unterschiedlichem Tempo. Der Backup, ein kontrolliertes Rückwärtstreten in gerader Linie, rundet das Programm ab. Besondere Bedeutung kommt dabei dem Eindruck zu, dass das Pferd die Übungen aus eigenem Antrieb und mit größtmöglicher Leichtigkeit ausführt.
Ausrüstung und Pferd
Für den Reining-Sport werden bevorzugt Pferderassen eingesetzt, die für ihre Wendigkeit, Schnelligkeit und Kooperationsbereitschaft bekannt sind, allen voran das Quarter Horse. Die Ausrüstung entspricht den westlichen Reitsporttraditionen: Westernreitsattel, Cowboystiefel und Westernhut sind vorgeschrieben. Fortgeschrittene Reiter verwenden in der Regel eine Stangentrense (Curb-Bit), während Jungpferde zunächst mit einem milderen Gebiss, dem Snaffle-Bit, ausgebildet und geritten werden dürfen.
Verbreitung und Bedeutung
Ursprünglich vor allem in den USA verbreitet, hat sich Reining seit den 1990er Jahren stark internationalisiert und erfreut sich heute besonders in Europa, Australien und Südamerika großer Beliebtheit. In Deutschland wird der Sport durch die Deutsche Reining Horse Association (DRHA) organisiert. Reining gehört zu den wenigen Westernreitsportarten, die auf internationaler Ebene unter dem Dach der FEI ausgetragen werden, was dem Sport auch außerhalb der klassischen Westernreit-Szene erhebliche Anerkennung verschafft hat.
Häufige Fragen
Was ist Reining?
Reining ist eine westliche Reitsportdisziplin, bei der Pferd und Reiter gemeinsam ein vorgeschriebenes Programm aus kontrollierten Bewegungen ausführen und von Richtern bewertet werden. Die Disziplin hat ihren Ursprung in der nordamerikanischen Cowboy-Tradition, wo die gezeigten Bewegungen ursprünglich zur Kontrolle von Rindern auf der Weide dienten.
Ist Reining olympisch oder vom Weltreiterverband anerkannt?
Reining ist seit dem Jahr 2000 vom Weltreiterverband FEI als offizielle Disziplin anerkannt. Die internationalen Regelwerke und Bewertungsstandards werden von der National Reining Horse Association (NRHA) vorgegeben.
Wie wird Reining bewertet?
Die Richter beginnen die Bewertung bei einem Ausgangspunktwert von 70 Punkten, von dem aus je nach Leistung Minus- oder Pluspunkte vergeben werden. Bewertet werden Genauigkeit, Flüssigkeit, Geschwindigkeit sowie die scheinbar mühelose und harmonische Ausführung der Bewegungen, die sogenannte „Willigkeit" des Pferdes.
Was ist ein Sliding Stop beim Reining?
Der Sliding Stop ist eines der bekanntesten Manöver im Reining, bei dem das Pferd aus dem vollen Galopp heraus abrupt anhält und dabei mit den Hinterhufen über den Boden gleitet. Er ist ein zentrales Element der sogenannten Pattern, also des vorgeschriebenen Programms, das jeder Teilnehmer bei einem Turnier reitet.
Wie läuft ein Reining-Turnier ab?
Bei einem Reining-Turnier reitet jeder Teilnehmer eine festgelegte Abfolge von Manövern, die sogenannte Pattern, wobei das Pferd ausschließlich mit einer Hand am Zügel geführt wird. Die Pattern umfasst charakteristische Elemente wie den Sliding Stop und die Spin, eine schnelle Drehung des Pferdes um die eigene Achse.