Zäumung

Als Zäumung bezeichnet man die Gesamtheit der am Kopf des Pferdes getragenen Ausrüstungsteile, die der Kommunikation zwischen Reiter und Pferd dienen, insbesondere zur Lenkung und Kontrolle während des Reitens oder Fahrens.

Zäumung – Als Zäumung bezeichnet man die Gesamtheit der am Kopf des Pferdes getragenen Ausrüstungsteile, die der Kommunikation…
Bildquelle: KI-generiert (Flux 2 Pro)

Die Zäumung umfasst alle Ausrüstungsgegenstände, die am Kopf des Pferdes angebracht werden, um eine kontrollierte Kommunikation zwischen Mensch und Tier zu ermöglichen. Im engeren Sinne besteht sie aus dem Kopfstück mit seinen verschiedenen Riemen, dem Gebiss sowie den Zügeln. Im weiteren Sinne werden auch gebisslose Varianten sowie Zusatzelemente wie Kandare, Nasenriemen und Martingale zur Zäumung gezählt.

Bestandteile

Das Kopfstück bildet das tragende Gerüst der Zäumung. Es besteht in der Regel aus dem Genickstück, das hinter den Ohren des Pferdes liegt, dem Stirnriemen, dem Backenstück sowie dem Kehlriemen, der ein Verrutschen des gesamten Kopfstücks verhindert. Der Nasenriemen, der in verschiedenen Ausführungen vorkommt, vervollständigt das Kopfstück und dient unter anderem der Stabilisierung des Gebisses im Maul des Pferdes.

Das Gebiss ist das zentrale Wirkungselement der meisten Zäumungen. Es liegt im zahnfreien Bereich des Pferdemauls, der sogenannten Lade, und überträgt die Zügeleinwirkung des Reiters auf das Maul, den Unterkiefer oder den Gaumen des Pferdes. Gebisse werden nach ihrer Form, ihrem Material und ihrer Wirkungsweise unterschieden; grundlegende Typen sind die Trense und die Kandare.

Die Zügel verbinden das Gebiss mit den Händen des Reiters und sind damit das unmittelbare Übertragungsmittel für Hilfen. Sie bestehen überwiegend aus Leder oder synthetischen Materialien und sind in Länge sowie Griffigkeit an die jeweilige Disziplin angepasst.

Arten der Zäumung

Die einfachste und am weitesten verbreitete Form ist die Trensenzäumung, bei der ein einteiliges oder zweiteiliges Trensengebiss verwendet wird. Sie wirkt vorrangig auf Maulwinkel, Zunge und Laden und gilt als vergleichsweise mild. Die Kandare hingegen wirkt durch einen Hebeleffekt zusätzlich auf das Genick und das Kinn des Pferdes. Sie wird klassischerweise in Kombination mit einem Trensengebiss als Doppeltrense verwendet, wie sie im klassischen Dressursport üblich ist.

Gebisslose Zäumungen wie das Hackamore oder das Sidepull wirken ausschließlich über Druck auf Nase, Kinn oder Kiefer und kommen insbesondere bei Pferden mit Maulproblemen oder in bestimmten Reitsportdisziplinen zum Einsatz. Ihre Wirkung ist stark von der verwendeten Konstruktion abhängig und kann von sehr mild bis sehr stark reichen.

Anforderungen und Pflege

Eine korrekt angepasste Zäumung sitzt ohne Druck- oder Scheuerstellen am Kopf des Pferdes. Zu eng eingestellte Riemen können Schmerzen verursachen und das Wohlbefinden des Tieres beeinträchtigen; zu weit eingestellte Teile können verrutschen und ihre Funktion verlieren. Die regelmäßige Pflege der Lederteile mit geeigneten Pflegemitteln erhält die Geschmeidigkeit des Materials und verlängert die Haltbarkeit. Metallteile, insbesondere Gebisse, sollten nach jedem Gebrauch gereinigt werden, um Korrosion und Ablagerungen zu vermeiden.

Bedeutung im Reitsport

Die Wahl der geeigneten Zäumung richtet sich nach der Disziplin, dem Ausbildungsstand von Pferd und Reiter sowie den individuellen anatomischen Gegebenheiten des Pferdes. In vielen Reitsportverbänden sind für Wettkämpfe bestimmte Zäumungen vorgeschrieben oder ausdrücklich zugelassen. Eine unsachgemäß verwendete oder schlecht sitzende Zäumung kann nicht nur die Leistung des Pferdes mindern, sondern auch zu physischen Schäden und Verhaltensauffälligkeiten führen.

Häufige Fragen

Was ist eine Zäumung beim Pferd?

Als Zäumung bezeichnet man die Gesamtheit aller am Kopf des Pferdes getragenen Ausrüstungsteile, die der Kommunikation zwischen Reiter und Pferd dienen. Im engeren Sinne umfasst sie Kopfstück, Gebiss und Zügel, im weiteren Sinne auch gebisslose Varianten sowie Zusatzelemente wie Kandare, Nasenriemen und Martingale.

Welche Teile gehören zur Zäumung?

Zur Zäumung gehören das Kopfstück mit Genickstück, Stirnriemen, Backenstück, Kehlriemen und Nasenriemen, das Gebiss sowie die Zügel. Das Gebiss liegt dabei im zahnfreien Bereich des Pferdemauls, der sogenannten Lade, und überträgt die Zügeleinwirkung des Reiters auf das Pferd.

Was ist der Unterschied zwischen Trense und Kandare?

Trense und Kandare sind zwei grundlegende Gebisstypen, die sich nach Form, Material und Wirkungsweise unterscheiden. Beide gelten als zentrale Wirkungselemente innerhalb der Zäumung und übertragen die Zügeleinwirkung auf Maul, Unterkiefer oder Gaumen des Pferdes.

Wozu dient der Kehlriemen bei der Zäumung?

Der Kehlriemen ist Teil des Kopfstücks und verhindert, dass die gesamte Zäumung am Pferdekopf verrutscht. Er zählt damit zu den sicherheitsrelevanten Bestandteilen des Kopfstücks.

Was macht das Gebiss bei der Zäumung?

Das Gebiss ist das zentrale Wirkungselement der meisten Zäumungen und liegt im zahnfreien Bereich des Pferdemauls, der sogenannten Lade. Es überträgt die über die Zügel gesendeten Hilfen des Reiters auf das Maul, den Unterkiefer oder den Gaumen des Pferdes.

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