Losgelassenheit

Losgelassenheit bezeichnet den Zustand körperlicher und psychischer Entspannung des Pferdes unter dem Reiter, bei dem die Muskulatur frei von Verkrampfungen schwingt und das Tier willig mit dem Menschen zusammenarbeitet.

Losgelassenheit ist im deutschen Reitsport ein zentraler Fachbegriff und steht als zweite Stufe in der klassischen Ausbildungsskala, die die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) als Grundlage einer systematischen Pferdeausbildung definiert. Sie baut auf dem Takt auf und bildet die Voraussetzung für alle weiteren Ausbildungsziele wie Anlehnung, Schwung, Geraderichten und Versammlung.

Bedeutung und Inhalt

Der Begriff umfasst zwei eng miteinander verbundene Dimensionen: die körperliche und die psychische Losgelassenheit. Körperliche Losgelassenheit bedeutet, dass die gesamte Muskulatur des Pferdes – vom Genick über den Rücken bis zur Hinterhand – frei und ohne Verspannungen arbeitet. Der Rücken schwingt dabei rhythmisch mit jedem Schritt mit und überträgt die Bewegungsimpulse der Hinterhand durch den gesamten Körper. Psychische Losgelassenheit beschreibt einen Zustand innerer Ruhe und Vertrauen gegenüber dem Reiter und der Umgebung. Ein losgelassenes Pferd zeigt keine Anzeichen von Stress, Angst oder Widerwillen.

Erkennungsmerkmale

Ein losgelassenes Pferd lässt sich an mehreren äußerlich sichtbaren Merkmalen erkennen. Es kaut regelmäßig und zufrieden am Gebiss, was auf eine entspannte Kaumuskulatur und ein ruhiges Genick hinweist. Die Ohren bewegen sich locker, der Schweif schwingt gleichmäßig im Rhythmus der Bewegung und liegt nicht angeklemmt oder gepeitscht. Typisch ist außerdem ein hörbares, gleichmäßiges Atemgeräusch, gelegentliches Schnauben sowie eine insgesamt weiche, geschmeidige Körperhaltung.

Bedeutung für die weitere Ausbildung

Ohne echte Losgelassenheit können höhere Ausbildungsziele nicht dauerhaft und korrekt erarbeitet werden. Verkrampfte Muskulatur blockiert den Schwung, verhindert eine weiche Anlehnung und macht das Pferd unempfänglich für feine Hilfen. Reiter, die Losgelassenheit überspringen oder vernachlässigen, riskieren langfristig gesundheitliche Schäden beim Pferd sowie eine instabile reiterliche Grundlage.

Förderung der Losgelassenheit

Losgelassenheit wird in der Praxis durch gleichmäßige, rhythmische Arbeit auf großen Linien, ausreichendes Vorwärtsreiten und eine ruhige, ausbalancierte Einwirkung des Reiters gefördert. Dehnungsübungen, bei denen das Pferd die Nase nach vorwärts-unten streckt und dabei den Rücken aufwölbt, gelten als klassisches Mittel zur Überprüfung und Entwicklung der Losgelassenheit. Auch ein angemessenes Aufwärmprogramm zu Beginn jeder Trainingseinheit trägt wesentlich dazu bei.

Häufige Fragen

Was ist Losgelassenheit beim Pferd?

Losgelassenheit bezeichnet den Zustand körperlicher und psychischer Entspannung des Pferdes unter dem Reiter, bei dem die Muskulatur frei von Verkrampfungen schwingt und das Tier willig mit dem Menschen zusammenarbeitet. Sie umfasst sowohl die freie, unverkrampfte Arbeit der gesamten Muskulatur vom Genick bis zur Hinterhand als auch innere Ruhe und Vertrauen gegenüber Reiter und Umgebung.

Wo steht Losgelassenheit in der Ausbildungsskala?

Losgelassenheit steht als zweite Stufe in der klassischen Ausbildungsskala der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN). Sie baut auf dem Takt auf und ist Voraussetzung für alle weiteren Ausbildungsziele wie Anlehnung, Schwung, Geraderichten und Versammlung.

Woran erkenne ich, ob mein Pferd losgelassen ist?

Ein losgelassenes Pferd lässt sich an mehreren äußerlich sichtbaren Merkmalen erkennen: Es kaut regelmäßig am Gebiss, die Ohren bewegen sich locker, und der Schweif schwingt gleichmäßig im Rhythmus der Bewegung. Typisch sind außerdem ein gleichmäßiges Atemgeräusch, gelegentliches Schnauben sowie eine insgesamt weiche und geschmeidige Körperhaltung.

Was ist der Unterschied zwischen körperlicher und psychischer Losgelassenheit?

Körperliche Losgelassenheit bedeutet, dass die gesamte Muskulatur des Pferdes frei und ohne Verspannungen arbeitet und der Rücken rhythmisch mit jedem Schritt mitschwingt. Psychische Losgelassenheit beschreibt dagegen einen Zustand innerer Ruhe, bei dem das Pferd keine Anzeichen von Stress, Angst oder Widerwillen zeigt.

Warum ist Losgelassenheit so wichtig in der Pferdeausbildung?

Losgelassenheit ist ein zentraler Fachbegriff im deutschen Reitsport, weil sie die Grundvoraussetzung für alle höheren Ausbildungsziele bildet. Ohne sie sind Anlehnung, Schwung, Geraderichten und Versammlung nicht systematisch erreichbar.

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