Trainingsbegriffe
Anlehnung
Anlehnung bezeichnet den weichen, gleichmäßigen und lebendigen Kontakt zwischen der Hand des Reiters und dem Maul des Pferdes über die Zügel, der durch die vorwärts-treibende Wirkung der treibenden Hilfen erzeugt wird.
Aufrichtung
Aufrichtung bezeichnet im Reitsport den Prozess der zunehmenden Gewichtsverlagerung des Pferdes auf die Hinterhand, verbunden mit einer Aufwölbung des Rückens, dem Herantreten der Hinterhand unter den Schwerpunkt und der daraus resultierenden Entlastung der Vorhand.
Bodenarbeit
Bodenarbeit bezeichnet alle Übungen und Trainingsformen, bei denen der Mensch das Pferd vom Boden aus führt, lenkt und ausbildet, ohne dabei aufzusitzen.
Einreiten
Als Einreiten bezeichnet man den systematischen Ausbildungsprozess, durch den ein junges oder unerfahrenes Pferd schrittweise an das Tragen eines Reiters, die Hilfengebung und die grundlegenden Anforderungen des Reitens gewöhnt wird.
Fliegender Galoppwechsel
Der fliegende Galoppwechsel bezeichnet den Wechsel des Galoppfußes im Sprung, bei dem das Pferd ohne Zwischenschritt im Trab oder Schritt direkt aus einer Galoppführung in die entgegengesetzte Galoppführung wechselt.
Gangarten
Als Gangarten bezeichnet man die natürlichen Fortbewegungsweisen des Pferdes, die sich in Takt, Rhythmus, Tempo und Fußfolge voneinander unterscheiden. Im Reitsport bilden die drei Grundgangarten Schritt, Trab und Galopp die Basis jeder reiterlichen Ausbildung.
Hilfengebung
Als Hilfengebung bezeichnet man im Reitsport die Gesamtheit der Kommunikationsmittel, mit denen der Reiter seinem Pferd Anweisungen übermittelt, um Richtung, Tempo, Haltung und Bewegungsablauf zu beeinflussen.
Jungpferd
Als Jungpferd bezeichnet man ein Pferd in der frühen Phase seiner reiterlichen Ausbildung, üblicherweise vom Zeitpunkt der ersten Eingewöhnung unter dem Sattel bis zum Abschluss der grundlegenden Basisausbildung im Alter von etwa vier bis sechs Jahren.
Longieren
Longieren bezeichnet eine Trainingsmethode im Pferdesport, bei der ein Pferd an einer langen Leine – der Longe – auf einer Kreisbahn um den Longenführer geführt und gymnastiziert wird, ohne dass ein Reiter auf seinem Rücken sitzt.
Losgelassenheit
Losgelassenheit bezeichnet den Zustand körperlicher und psychischer Entspannung des Pferdes unter dem Reiter, bei dem die Muskulatur frei von Verkrampfungen schwingt und das Tier willig mit dem Menschen zusammenarbeitet.
Nachhand
Die Nachhand bezeichnet den hinteren Körperabschnitt des Pferdes, der die Hintergliedmaßen, das Becken sowie die zugehörige Muskulatur umfasst und als treibende Kraftquelle der Bewegung gilt.
Piaffe
Die Piaffe ist eine hochgradig versammelte Trabarbeit auf der Stelle, bei der das Pferd im gleichmäßigen Zweitakt diagonal tritt, ohne dabei nennenswert vorwärts zu kommen.
Renvers
Der Renvers ist eine Seitwärtsarbeit des Pferdes, bei der die Hinterhand auf der Hufschlaglinie verbleibt und die Vorhand nach innen gestellt wird, wobei sich das Pferd in Bewegungsrichtung biegt.
Schenkelweichen
Schenkelweichen ist eine zweihufigeGangart-Lektion, bei der das Pferd sich seitwärts und vorwärts zugleich bewegt, wobei es leicht von der Richtung der Bewegung abgeneigt ist und die inneren Beine vor den äußeren übertreten.
Schulterherein
Das Schulterherein ist eine seitliche Biegungsübung auf einer Hufschlaglinie, bei der das Pferd mit dem Vorhand nach innen gestellt wird und sich auf drei oder vier Hufspuren bewegt.
Sitz
Der Sitz bezeichnet im Reitsport die Haltung und Position des Reiters auf dem Pferd, die als Grundlage für alle Einwirkungen und eine harmonische Kommunikation zwischen Reiter und Pferd gilt.
Takt
Takt bezeichnet die Regelmäßigkeit und Gleichmäßigkeit der Hufschlagfolge innerhalb einer Gangart, bei der jeder Schritt oder Sprung in gleichbleibenden zeitlichen Abständen und mit gleicher Raumgreifung wiederholt wird.
Travers
Der Travers ist eine Seitwärtsversammlung, bei der das Pferd mit dem Hinterhand zur Bahn geneigt geht, während die Vorhand auf der Hufschlaglinie bleibt und der Körper eine gleichmäßige Biegung um das innere Bein des Reiters zeigt.
Traversale
Die Traversale ist eine Seitwärtsgangart der klassischen Dressurreitlehre, bei der das Pferd sich auf zwei Hufschlägen vorwärts-seitwärts bewegt, mit Beugung um das innere Bein des Reiters und einer leichten Stellung zum Bewegungsende hin.
Übergänge
Als Übergänge bezeichnet man im Reitsport den Wechsel des Pferdes von einer Gangart oder einem Tempo in eine andere Gangart oder ein anderes Tempo, sowohl in aufsteigender als auch in absteigender Richtung.
Versammlung
Versammlung ist die letzte Stufe der klassischen Skala der Ausbildung. Das Pferd verlagert mehr Gewicht auf die Hinterhand, die Vorhand wird leichter, das Pferd wirkt aufgerichtet und ausdrucksvoller — Grundlage für hohe Lektionen wie Piaffe, Passage und Pirouette.
Xenophon
Xenophon bezeichnet im Reitsport einen griechischen Feldherrn und Schriftsteller des 4. Jahrhunderts v. Chr., dessen Werk „Über die Reitkunst" (griech. *Peri Hippikes*) als ältestes vollständig erhaltenes Lehrwerk der Reiterei gilt und dessen Grundsätze bis in die moderne Pferdeausbildung nachwirken.
Zirkel
Der Zirkel ist eine kreisförmige Bahnfigur im Reitsport, bei der Pferd und Reiter auf einer gleichmäßig runden Linie reiten, deren Größe je nach Ausbildungsstand und Übungsziel variiert.