Mauke
Mauke ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung im Bereich der Fesselbeuge beim Pferd, die durch Rötung, Nässen, Krustenbildung und Schmerzhaftigkeit gekennzeichnet ist und ohne konsequente Behandlung zu dauerhaften Gewebeschäden führen kann.
Mauke bezeichnet eine Dermatitis – also eine Entzündung der Haut – die sich im Bereich der Fesselbeuge, gelegentlich auch an der Fessel und am unteren Teil des Unterschenkels, manifestiert. Betroffen ist häufig die Hinterseite der Gliedmaßen, da dort Schmutz, Feuchtigkeit und mechanische Reizung zusammentreffen. Das Krankheitsbild ist in der Pferdehaltung weit verbreitet und wird in der Fachliteratur auch als Fesselekzem, Grind oder – bei schweren Verlaufsformen – als Raspe bezeichnet.
Ursachen und begünstigende Faktoren
Die Entstehung der Mauke ist multifaktoriell. Anhaltende Feuchtigkeit durch matschige Weiden, nasse Einstreu oder häufiges Waschen der Beine gilt als einer der wichtigsten Auslöser, da aufgeweichte Haut deutlich anfälliger für das Eindringen von Erregern ist. Bakterien, insbesondere Staphylokokken und Streptokokken, sowie Pilze können die geschädigte Hautbarriere besiedeln und die Entzündung unterhalten oder verschlimmern. Auch Milben, vor allem Chorioptes equi, kommen als Ursache in Betracht und führen zu einer als Räude bezeichneten Form der Mauke, die besonders häufig bei Pferden mit starkem Kötenbehang wie Friesen oder Shire Horses auftritt. Mechanische Irritationen durch Sand, Stroh oder ungeeignetes Schuhwerk sowie Allergien und systemische Erkrankungen wie Leberfunktionsstörungen können das Auftreten ebenfalls begünstigen. Pferde mit heller, unpigmentierter Haut im Fesselbereich sind genetisch anfälliger, da unpigmentierte Haut weniger Schutz gegen UV-Strahlung und äußere Einflüsse bietet.
Symptome und Verlauf
Im Frühstadium zeigt sich die Mauke durch Rötung, leichte Schwellung und ein Nässen der betroffenen Hautpartien. Das Pferd reagiert auf Berührung der Stelle häufig mit Schmerzempfindlichkeit. Im weiteren Verlauf bilden sich Krusten, die sich über feuchtem, gelblich-serösem Sekret ablagern. Werden diese Krusten entfernt oder fallen sie ab, liegt darunter entzündetes, wundes Gewebe frei. Bei chronischem Verlauf kann es zu einer Verdickung und Verhärtung der Haut kommen, die als Elefantenhaut bezeichnet wird und auf fibrotische Umbauprozesse im Gewebe hinweist. In schweren Fällen treten tiefe Risse, blumenkohlartige Wucherungen (sogenannte Mauke-Warzen) sowie ausgeprägte Lahmheit auf.
Diagnose
Die Diagnose erfolgt in der Regel klinisch durch den Tierarzt anhand des typischen Erscheinungsbildes. Um die genaue Ursache zu bestimmen – insbesondere um zwischen bakterieller, mykotischer und parasitärer Genese zu unterscheiden –, werden häufig Hautgeschabsel, Abklatschpräparate oder Abstrichkulturen mikrobiologisch untersucht. Bei verdächtigen Grunderkrankungen können Blutuntersuchungen oder Biopsien ergänzend hinzugezogen werden.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der zugrundeliegenden Ursache und dem Schweregrad der Erkrankung. Grundsätzlich ist das Trockenhalten der betroffenen Stellen eine der wichtigsten Maßnahmen. Krusten werden nach dem Einweichen vorsichtig entfernt, die Haut gereinigt und desinfiziert. Je nach Erreger kommen antibiotische oder antimykotische Salben und Cremes zum Einsatz. Bei Milbenbefall werden akarizide Wirkstoffe angewendet, wobei häufig das gesamte Pferd behandelt werden muss. In ausgeprägten Fällen kann eine systemische Antibiotikatherapie oder die Gabe von Kortikosteroiden zur Entzündungshemmung notwendig sein. Wucherungen lassen sich in manchen Fällen chirurgisch oder mittels Kryotherapie abtragen.
Prophylaxe
Vorbeugend empfiehlt sich eine konsequente Stallhygiene mit trockener, sauberer Einstreu sowie die regelmäßige Kontrolle der Fesselregion. Nach dem Waschen der Beine sollten diese vollständig getrocknet werden. Pferde mit Kötenbehang bedürfen besonderer Aufmerksamkeit, da sich Feuchtigkeit und Schmutz im Behang leicht ansammeln. Bei bekannter Empfindlichkeit kann das Einscheren des Behangs sinnvoll sein, um die Haut besser kontrollieren und pflegen zu können.
Häufige Fragen
Was ist Mauke beim Pferd?
Mauke ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung im Bereich der Fesselbeuge beim Pferd, die sich durch Rötung, Nässen, Krustenbildung und Schmerzhaftigkeit äußert. In der Fachliteratur wird sie auch als Fesselekzem, Grind oder – bei schweren Verläufen – als Raspe bezeichnet.
Wie entsteht Mauke beim Pferd?
Mauke entsteht meist durch das Zusammenwirken mehrerer Faktoren, wobei anhaltende Feuchtigkeit durch matschige Weiden, nasse Einstreu oder häufiges Waschen der Beine als einer der wichtigsten Auslöser gilt. Aufgeweichte Haut verliert ihre Schutzfunktion und wird anfällig für Bakterien wie Staphylokokken und Streptokokken sowie für Pilze, die die Entzündung unterhalten oder verschlimmern können.
Welche Pferde sind besonders anfällig für Mauke?
Pferde mit hellem, unpigmentiertem Fell im Fesselbereich sind genetisch anfälliger für Mauke, da unpigmentierte Haut weniger Schutz gegen äußere Einflüsse bietet. Außerdem erkranken Pferde mit starkem Kötenbehang wie Friesen oder Shire Horses besonders häufig an der durch Milben ausgelösten Form der Mauke.
Was passiert wenn Mauke nicht behandelt wird?
Wird Mauke nicht konsequent behandelt, kann sie zu dauerhaften Gewebeschäden führen. Da das Krankheitsbild chronisch verläuft, verschlechtert sich der Zustand ohne gezielte Therapie in der Regel fortschreitend.
Können Milben Mauke verursachen?
Ja, Milben der Art Chorioptes equi können eine als Räude bezeichnete Form der Mauke verursachen. Diese tritt besonders häufig bei Pferden mit starkem Kötenbehang auf, da sich die Milben im dichten Fell besonders gut halten und vermehren können.