Renvers

Der Renvers ist eine Seitwärtsarbeit des Pferdes, bei der die Hinterhand auf der Hufschlaglinie verbleibt und die Vorhand nach innen gestellt wird, wobei sich das Pferd in Bewegungsrichtung biegt.

Der Renvers, auch als Schwanzherein bezeichnet, gehört zu den klassischen Seitwärtsgängen der Reitkunst und stellt gemeinsam mit Travers, Schulterherein und Traversale eine der vier grundlegenden Lektionen der Seitwärtsbewegungen dar. Er gilt als eine der anspruchsvolleren Übungen innerhalb der Dressurarbeit und setzt beim Pferd bereits eine gefestigte Durchlässigkeit sowie ein gutes Verständnis der treibenden und verhaltenden Hilfen voraus.

Ausführung und Stellung

Im Renvers bewegt sich das Pferd in einem Biegungs- und Stellungswinkel von etwa 30 bis 45 Grad zur Hufschlaglinie. Die Hinterhand verbleibt dabei auf dem Hufschlag, während die Vorhand nach innen, also zur Bahnmitte hin, versetzt ist. Das Pferd biegt sich gleichmäßig um das innere Bein des Reiters, wobei die Biegung der Bewegungsrichtung entspricht – das Pferd schaut also in die Richtung, in die es sich fortbewegt. Hierin liegt der entscheidende Unterschied zum Travers, bei dem die Hinterhand nach innen geführt wird und die Vorhand auf dem Hufschlag verbleibt.

Das äußere Hinterbein tritt beim Renvers vor und unter den Schwerpunkt des Pferdes, was die gymnastizierenden Eigenschaften dieser Lektion begründet. Alle vier Beine des Pferdes beschreiben dabei unterschiedliche Spuren, weshalb der Renvers wie alle Seitwärtsgänge zu den Zweihuftretigkeit-Lektionen gezählt wird.

Gymnastizierende Wirkung

Der Renvers kräftigt die Muskulatur der Hinterhand, fördert die Unterstützung und die Versammlung und trägt zur Verbesserung der Geraderichtung des Pferdes bei. Indem das Pferd gezwungen wird, das äußere Hinterbein weit unter den Körperschwerpunkt zu setzen, wird die tragende Funktion dieser Gliedmaße gezielt geschult. Die Übung verlangt vom Pferd eine gleichmäßige seitliche Biegung durch den gesamten Körper, ohne dass es in der Schulter oder Hüfte ausweicht.

Abgrenzung zu verwandten Lektionen

Die häufigste Verwechslung besteht zwischen Renvers und Travers. Der gedankliche Schlüssel zur Unterscheidung liegt in der Position der Hinterhand: Beim Travers ist die Hinterhand innen, beim Renvers die Vorhand. Der Renvers kann als gespiegelter Travers verstanden werden. Aus dem Travers heraus lässt sich der Renvers durch Wechsel der Einstellung entwickeln, ohne die Bewegungsrichtung zu verändern – eine Übung, die in der fortgeschrittenen Ausbildung zur Verfeinerung der Reiterhilfen genutzt wird.

Anforderungen und Einordnung in die Ausbildung

Der Renvers wird in der Ausbildungsskala in der Regel erst nach dem sicheren Erarbeiten von Schulterherein und Travers eingeführt, da er für das Pferd koordinatorisch anspruchsvoller ist. In Dressurprüfungen taucht er ab der Klasse M auf und ist in höheren Klassen fester Bestandteil des Anforderungskatalogs. Die korrekte Ausführung zeichnet sich durch einen gleichmäßigen, schwungvollen Takt, eine klare seitliche Biegung und ein willig mitgehendes Pferd aus.

Häufige Fragen

Was ist Renvers beim Reiten?

Der Renvers ist eine Seitwärtsbewegung des Pferdes, bei der die Hinterhand auf der Hufschlaglinie bleibt und die Vorhand nach innen zur Bahnmitte versetzt wird, wobei sich das Pferd in Bewegungsrichtung biegt. Er wird auch als Schwanzherein bezeichnet und gehört zu den vier klassischen Seitwärtsgängen der Dressurarbeit.

Was ist der Unterschied zwischen Renvers und Travers?

Beim Renvers verbleibt die Hinterhand auf dem Hufschlag und die Vorhand ist nach innen versetzt, beim Travers ist es umgekehrt: Die Vorhand bleibt auf dem Hufschlag und die Hinterhand wird nach innen geführt. Beide Lektionen unterscheiden sich also darin, welcher Teil des Pferdes auf der Hufschlaglinie geführt wird.

Wie schwer ist Renvers für Pferd und Reiter?

Der Renvers gilt als eine der anspruchsvolleren Übungen der Dressurarbeit und setzt beim Pferd eine bereits gefestigte Durchlässigkeit sowie ein gutes Verständnis der treibenden und verhaltenden Hilfen voraus. Er ist daher keine Lektion für Anfänger, sondern baut auf einer soliden Grundausbildung auf.

Welchen Winkel hat das Pferd beim Renvers zur Hufschlaglinie?

Im Renvers bewegt sich das Pferd in einem Biegungs- und Stellungswinkel von etwa 30 bis 45 Grad zur Hufschlaglinie.

Was bewirkt Renvers gymnastisch beim Pferd?

Der Renvers kräftigt die Muskulatur der Hinterhand, fördert die Unterstützung und Versammlung und trägt zur Verbesserung der Geraderichtung des Pferdes bei. Das äußere Hinterbein tritt dabei vor und unter den Schwerpunkt des Pferdes, was die gymnastizierende Wirkung dieser Lektion begründet.

Warenkorb

Dein Warenkorb ist leer.