Travers
Der Travers ist eine Seitwärtsversammlung, bei der das Pferd mit dem Hinterhand zur Bahn geneigt geht, während die Vorhand auf der Hufschlaglinie bleibt und der Körper eine gleichmäßige Biegung um das innere Bein des Reiters zeigt.
Der Travers, auch als Kruppeherein bezeichnet, gehört zu den klassischen Lektionen der Schulreiterei und zählt zur Gruppe der Seitwärtsgänge oder Zweispurigkeiten. Er wird auf der Hufschlaglinie geritten, wobei die Vorhand des Pferdes auf der äußeren Spur bleibt, während die Hinterhand nach innen zur Bahnmitte hin versetzt wird. Das Pferd bewegt sich dabei in Bewegungsrichtung gebogen, also in der sogenannten Position travers.
Stellung und Biegung
Das Pferd zeigt im Travers eine gleichmäßige seitliche Biegung durch den gesamten Körper, die der Kreisbiegung der jeweiligen Hand entspricht. Kopf und Hals sind leicht in Bewegungsrichtung gestellt, der Blick des Pferdes weist in die Richtung, in die es sich bewegt. Die Biegung unterscheidet den Travers von der Schulterherein, bei der das Pferd entgegen der Bewegungsrichtung gebogen ist.
Spurenanzahl und Winkel
Im korrekt ausgeführten Travers überschreiten die Hinterbeine die Spur der Vorderbeine, sodass das Pferd auf drei oder vier Spuren geht. Der übliche Arbeitswinkel zur Bahnlinie beträgt etwa 30 bis 35 Grad. Ein zu steiler Winkel erschwert die Durchführung und belastet das innere Hinterbein übermäßig, ohne den gewünschten ausbilderischen Nutzen zu erzielen.
Ausbilderischer Wert
Der Travers dient der Versammlung und der Kräftigung der Hinterhand, da das innere Hinterbein verstärkt unter den Schwerpunkt tritt und mehr Last übernimmt. Dadurch wird die Tragkraft der Hinterhand gezielt gefördert. Gleichzeitig schult die Lektion die Durchlässigkeit des Pferdes und vertieft die Einwirkung der seitwärtstreibenden Hilfen des Reiters. In der systematischen Ausbildung wird der Travers in der Regel nach der Schulterherein eingeführt, da er höhere koordinative Anforderungen an Pferd und Reiter stellt.
Abgrenzung zu verwandten Lektionen
Der Travers steht in engem Zusammenhang mit dem Renvers, der spiegelbildlichen Umkehrung der Lektion: Beim Renvers bleibt die Hinterhand auf der Hufschlaglinie, während die Vorhand nach innen versetzt wird. Beide Lektionen bereiten auf die Traversale vor, bei der das Pferd diagonal über die Bahn geht und dabei gleichzeitig seitwärts und vorwärts bewegt wird. Im Gegensatz zur Traversale findet der Travers jedoch ausschließlich entlang der Bahnlinie statt.
Häufige Fragen
Was ist Travers beim Reiten?
Travers ist eine Seitwärtsversammlung, bei der das Pferd mit der Hinterhand zur Bahnmitte hin versetzt geht, während die Vorhand auf der Hufschlaglinie bleibt und der Körper gleichmäßig in Bewegungsrichtung gebogen ist. Die Lektion wird auch als Kruppeherein bezeichnet und gehört zu den klassischen Zweispurigkeiten der Schulreiterei.
Was ist der Unterschied zwischen Travers und Schulterherein?
Der wesentliche Unterschied liegt in der Biegungsrichtung: Im Travers ist das Pferd in Bewegungsrichtung gebogen, beim Schulterherein dagegen entgegen der Bewegungsrichtung. Zudem bleibt beim Travers die Vorhand auf der äußeren Spur, während die Hinterhand nach innen versetzt wird.
Auf wie vielen Spuren wird Travers geritten?
Im korrekt ausgeführten Travers geht das Pferd auf drei oder vier Spuren, da die Hinterbeine die Spur der Vorderbeine überschreiten. Der empfohlene Arbeitswinkel zur Bahnlinie beträgt dabei etwa 30 bis 35 Grad.
Welchen ausbilderischen Nutzen hat der Travers?
Travers dient vor allem der Versammlung und der Kräftigung der Hinterhand, weil das innere Hinterbein verstärkt unter den Schwerpunkt tritt und mehr Last übernimmt. Gleichzeitig fördert die Lektion die Durchlässigkeit des Pferdes und vertieft die Einwirkung des Reiters.
Warum sollte der Winkel im Travers nicht zu steil sein?
Ein zu steiler Winkel belastet das innere Hinterbein übermäßig, ohne den gewünschten ausbilderischen Nutzen zu erzielen. Der korrekte Arbeitswinkel von etwa 30 bis 35 Grad zur Bahnlinie gilt daher als optimaler Kompromiss zwischen Anforderung und sinnvoller Kräftigung.