Traversale
Die Traversale ist eine Seitwärtsgangart der klassischen Dressurreitlehre, bei der das Pferd sich auf zwei Hufschlägen vorwärts-seitwärts bewegt, mit Beugung um das innere Bein des Reiters und einer leichten Stellung zum Bewegungsende hin.
Die Traversale – auch als Travers bezeichnet – gehört zu den Seitwärtsgangarten der klassischen Dressurausbildung und zählt neben der Schulterhereintour, der Renversale und der Halbpassade zu den grundlegenden Lektionen der versammelten Arbeit. Sie wird sowohl auf der geraden Linie als auch auf dem Zirkel und in der Ecke geritten und bildet eine wichtige Vorübung für die Halbpassage.
Bewegungsbild und Hufschläge
Bei der Traversale bewegt sich das Pferd auf zwei Hufschlägen: Die Hinterhand wird vom äußeren Hufschlag nach innen genommen, während die Vorhand auf dem Hufschlag verbleibt. Das Pferd ist damit zur Bewegungsrichtung hin gestellt und gebogen, das heißt, Maul, Hals und Körper zeigen eine gleichmäßige Biegung um das innere Bein des Reiters. Die äußeren Beine überschreiten dabei die inneren Beine. Der Winkel zur Längsachse der Reitbahn beträgt üblicherweise etwa 35 bis 45 Grad.
Abgrenzung zur Renversale
Traversale und Renversale sind spiegelbildliche Lektionen. Während bei der Traversale die Hinterhand eingestellt und die Vorhand auf dem Hufschlag bleibt, verhält es sich bei der Renversale umgekehrt: Dort verbleibt die Hinterhand auf dem Hufschlag, und die Vorhand wird nach innen genommen. Das Pferd ist in beiden Fällen zur Bewegungsrichtung hin gebogen, jedoch wechselt die Position von Vor- und Hinterhand.
Ausbildungswert
Die Traversale fördert die Versammlung des Pferdes, da sie die Hinterhand verstärkt unter den Schwerpunkt treten lässt und die Tragkraft der Hinterhand schult. Gleichzeitig verlangt sie vom Pferd eine koordinierte seitliche Bewegung unter Beibehaltung von Takt und Schwung. In der systematischen Ausbildung wird die Traversale in der Regel erst eingeführt, wenn das Pferd die Schulterhereintour sicher beherrscht, da diese als vorbereitende Lektion gilt und das Pferd an die kombinierte Einwirkung von treibenden und verhaltenden Hilfen gewöhnt.
Reiterliche Einwirkung
Der Reiter reitet die Traversale mit dem äußeren Schenkeldruck hinter dem Gurt, der die Hinterhand seitwärts treibt, während das innere Bein am Gurt die Vorwärtsbewegung und die Biegung erhält. Die äußere Zügelhilfe begrenzt die Stellung, die innere Zügelhilfe führt leicht. Ein häufiger Fehler besteht darin, die Hinterhand zu stark einzustellen, sodass der Bewegungswinkel zu steil wird und das Pferd die Vorwärtsbewegung verliert.
Häufige Fragen
Was ist eine Traversale beim Reiten?
Die Traversale ist eine Seitwärtsgangart der klassischen Dressurreitlehre, bei der sich das Pferd auf zwei Hufschlägen vorwärts-seitwärts bewegt, mit gleichmäßiger Biegung um das innere Bein des Reiters und einer leichten Stellung zur Bewegungsrichtung hin. Sie gehört neben Schulterhereintour, Renversale und Halbpassade zu den grundlegenden Lektionen der versammelten Arbeit.
Was ist der Unterschied zwischen Traversale und Renversale?
Traversale und Renversale sind spiegelbildliche Lektionen: Bei der Traversale bleibt die Vorhand auf dem Hufschlag, während die Hinterhand nach innen genommen wird, bei der Renversale ist es umgekehrt. In beiden Fällen ist das Pferd zur Bewegungsrichtung hin gebogen, jedoch wechselt die Position von Vor- und Hinterhand.
Wie viele Hufschläge hat die Traversale und in welchem Winkel wird sie geritten?
Die Traversale wird auf zwei Hufschlägen geritten, wobei der Winkel zur Längsachse der Reitbahn üblicherweise etwa 35 bis 45 Grad beträgt. Die äußeren Beine des Pferdes überschreiten dabei die inneren Beine.
Wofür ist die Traversale in der Pferdeausbildung gut?
Die Traversale fördert die Versammlung des Pferdes, da sie die Hinterhand verstärkt unter den Schwerpunkt treten lässt und deren Tragkraft schult. Außerdem dient sie als wichtige Vorübung für die Halbpassage.
Wo wird die Traversale in der Reitbahn geritten?
Die Traversale kann sowohl auf der geraden Linie als auch auf dem Zirkel und in der Ecke geritten werden.